PhysioGesund

Brandenburger Physiotherapiepraxen werden bei der Personalentwicklung unterstützt
- Weiterbildung der Beschäftigten und des Managements -

1. Die Branche

Das Gesundheitswesen ist ein wesentlicher Standortfaktor und für die Versorgung der regionalen Wachstumskerne wichtig, da die Beschäftigten durch das attraktiver Umland in Brandenburg gerne in ländlichen Regionen wohnen. Die Gesundheitsversorgung in diesen ländlichen Regio-nen ist allerdings geprägt von dem zunehmenden Problem fehlender Ärzte auf Grund des bekannten Nachwuchsproblems. Physiotherapiepraxen können in der Prävention hier teilweise Funktionen übernehmen oder bei erkanntem Gesundheitsproblem den Zugang zu Ärzten vorbereiten. Darüber hinaus können sie für die Betriebe Elemente der Förderung der Gesundheit der Beschäftigten übernehmen. Laut Betriebspanel führen bereits 22 % der Brandenburger Firmen Maßnahmen zur Gesundheitsförderung durch.

Die Physiotherapiepraxen sind mehrheitlich Klein- und Kleinstunternehmen. Mehr als 85% der Betriebe im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen in Brandenburg haben laut Betriebspanel zwischen 1 und 9 Mitarbeiterinnen. Diese Branche ist – vor Handel/Reparatur, Bau und unter-nehmensnahe Dienstleistungen – die 4. größte Branche in Brandenburg.

Von den Ärzten bis zu den Rehabilitationseinrichtungen sind alle stark verunsichert von den vielfältigen Veränderungen durch die „Gesundheitsreform“. Insbesondere in den kleinen Physiotherapiepraxen ist die wirtschaftliche Situation geprägt vom allgemeinen Rückgang der physio-therapeutischen Verordnungen der Ärzte, die wiederum durch die kassenärztlichen Vereinigungen dazu gedrängt wurden.

Hinzu kommt die besondere wirtschaftliche Situation der Physiotherapie-Praxen in den Neuen Ländern. Z.B. liegt der Bruttoumsatz je Verordnung im 1. Halbjahr 2006 in Brandenburg bei 86,83 € und für Heilmittel bei 62,25 € – zum Vergleich in NRW waren dies 127,82 € und 96,71 €. Des Weiteren ist der Anteil der Selbstzahler in den wirtschaftlich schwachen Gebieten im ländlichen Brandenburg logischer Weise geringer als in den wohlhabenden Regionen.

Trotzdem müssen die praktizierenden Physiotherapeuten über das gestiegene Gesundheitsbewusstsein eine Ausweitung ihrer Angebote für Selbstzahler anstreben. Die Orientierung auf die Pflege der eigenen Gesundheit auch mit dem Einsatz eigener finanzieller Mittel entwickelte sich in den letzten Jahren immer stärker – auch beschleunigt durch die demografische Entwicklung.

Auf diese schwierige und unübersichtliche Lage müssen die Praxen ein Vorgehen finden, das ihre Existenz sichert. Der zentrale Punkt ist hier ein hohes und aktuelles Qualifikationsniveau: Den zukünftigen Anforderungen können sie nur durch eine verstärkte regelmäßige Weiterbildung der Beschäftigten nachkommen. Gerade im Gesundheitsbereich ist die Verfallszeit des Wissens besonders kurz und in den letzten Jahren hat die Kenntnis über ergänzende Anwendungen zur Prävention und zum Erhalt der Gesundheit zur Erweiterung des auch von den Krankenkassen finanzierten Maßnahmenkatalogs geführt. In der Vergangenheit wurden notwendige und unabdingbare Weiterbildungen vorrangig von den Inhaber/innen selbst wahrgenommen, das wird zukünftig auch die Mitarbeiter/innen mit einbeziehen, um eine individuelle Spezialisierung innerhalb der Praxen einzurichten. Allerdings erlaubt es die finanziell angespannte Situation vieler Praxen kaum, die vollen Kosten der Weiterbildung für ihre gesamten Mitarbeiter/-innen zu tragen. Es ist eher üblich, dass die Mitarbeiter/-innen nicht nur ihre Freizeit im Rahmen eines Arbeitszeitausgleichs für Weiterbildung nutzen, sondern auch die Weiterbildung selbst bezahlen. Allerdings ist dann die Motivation im Unternehmen zu bleiben noch geringer. Da das ortsübliche Entgelt eher am unteren Rand liegt, sind die Weiterbildungsaktivitäten stark eingeschränkt. Das wiederum gefährdet die langfristige Entwicklung der Betriebe. Daher ist eine anteilige Finanzie-rung durch öffentliche Fördermittel die Grundlage der existentiellen Absicherung der Branche.

Allerdings sind nur wenige Praxen in der Lage, selbständig Anträge im Rahmen der Kompetenz-richtlinie des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen zu stellen, Fast keine der Praxen haben einen Internetanschluss. Im günstigen Falle ist ein Fax am Telefon angeschlossen. Die Arbeitstakte der Physiotherapeuten sind so über den Tag verteilt, dass nur in einem ganz geringen Zeitfenster überhaupt das Telefon bedient wird. Die meiste Zeit sind sie mit der Arbeit am Menschen befasst. Eine Bürokraft können die Praxen sich nicht leisten. Deshalb haben sich die Praxen über den Verband der Physiotherapeuten an die GPN gewandt - als der Organisationsträger, um die notwendigen Weiterbildungen für 2009 und folgende Jahre zu beantragen. Aktuell sind bereits über 50 Brandenburger Physiotherapiepraxen mit der Unterstützung der GPN in diversen Weiterbildungen.

2. Der Antragsteller für die Förderungen der Weiterbildungsmittel:

Die GPN GmbH ist anerkannter Weiterbildungsträger in Mecklenburg-Vorpommern gem. § 7 WBG M-V. seit 22.2.2008 und gilbt bis 21.2.2011. Die Personal Contract GbR Ursula Blankenburg und Dr. Uwe Gluntz. Ursula Blankenburg hat im Januar 2009 beim TÜV die Prüfung zur Bildungsmanagerin absolviert.

3. Kooperationspartner

Der Verband Physikalische Therapie Vereinigung für physiotherapeutische Beruf (VPT) e.V. hat das Projekt von Anfang an mit begleitet und sich für die Zusammenarbeit mit dem Pro-jekt ausgesprochen. Der VPT ist nicht nur ein Verband sondern gleichzeitig eine zentrale Weiterbildungseinrichtung. In den derzeit laufenden Projekten wurden insgesamt mit über 30 Weiterbildungsträgern Verträge abgeschlossen.

4. Netzwerkarbeit

Aus den Erfahrungen mit den Vorläuferprojekten kann geschlossen werden, dass im Laufe der Zeit die Anzahl der interessierten Physiotherapiepraxen erweitern wird. Unser Ansatz der Personalentwicklungsberatung ist darauf ausgerichtet, dass die Einzelpraxen künftig ihre Weiterbildungen eigenständig und zukunftsgerichtet planen können. Da auch weiterhin davon ausge-gangen werden kann, dass eine Förderung der Weiterbildungen in absehbarer Zeit notwendig sein wird, wird geprüft, inwieweit die Praxen gemeinsam ein/e Mitarbeiter/in finanzieren können, die/der im Anschluss an die Projektphase die Organisierung der Fördermittel und der gemein-samen Planungen übernehmen kann. Deshalb arbeiten diese Projekte eng mit der Personal Contract GbR zusammen, die mit einem Netzantrag physio.net/Brandenburg die Verbindung der Praxen untereinander organisiert.

Diese Vorhaben werden aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union und aus Mitteln des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie des Landes Brandenburg gefördert.

Zuständig: Ursula Blankenburg

Links:

www.gpnord.de
www.lasa-brandenburg.de

www.esf.de